... Diese Frage musste fast zwangsläufig in die Musik führen - denn dieses Metier ist eine Fundgrube an Kompetenz, Begabung, Schönheit und Faszinierendem, und gleichzeitig ist diesem Bereich ein Sammelsurium an Klischees und Vorurteilen zu finden.

Aber wir sind fündig geworden: Wir haben Adrian Gaspar gefunden, einen jungen Komponisten und sein erstes symphonisches Werk „ Bari Duk“ ( großer Schmerz), die erste Symphonie, die es überhaupt in Romanes gibt und die die Geschichte des Überlebenden Hugo H beschreibt. Und wir haben diese Symphonia Romani in Karlsruhe aufgeführt - zusammen mit ihm - nach einer harten Probenzeit - auch mit ihm.

Diese Zeit der Erarbeitung war eine Zeit der Auseinandersetzung: mit der Thematik, nämlich dem großen Schmerz, den wir durch den KZ-Überlebenden Hugo Höllenreiner mitfühlen konnten, der uns mit und an seiner Leidens-Geschichte die Konsequenzen von Vorurteilen, von Mobbing des schlimmsten Ausmaßes und damit der restlosen Vernichtung von Menschenwürde und Menschen deutlich vor Augen geführt hatte.

Und diese Zeit war auch ein Weg des Ringens, mit dem eigenen inneren Schweinhund, der diese Musik nicht gleich verstehen und toll finden wollte, und dann auch nicht üben wollte.. Und doch trug das Interesse und der Respekt vor den beiden neu kennen und schätzen gelernten Menschen, dem Hugo, der drei KZs durchlitten und überlebt hat, und dem Adrian, der – selbst Rom und außergewöhnlicher Pianist und Komponist- diesem Menschen eine großartige Symphonie gewidmet hat - dazu bei, die Kraft zu entwickeln, die dazu nötig war. Nicht alle Mitwirkenden aus Chor und Orchester sind Schüler-Mediatoren, und doch haben alle die Botschaft verstanden: Vorurteile können wir beseitigen, wenn wir uns die Mühe machen, uns aufeinander einzulassen, sprich : Interesse aneinander zu entwickeln.ass das dann auch noch riesigen Spaß gemacht und uns alle wahnsinnig bereichert hat, das könnte die Energie für neue Projekte werden …

Adrian Gaspar hat uns am Ende des Konzerts am 9.12. die Giraffe Romana überreicht. Ein Bild, das nicht kommentiert werden muss…

Es geht weiter… Im Sommer werden er und einige Schüler-MediatorInnen in Makedonien ein Folgeprojekt starten: Workshops mit Musik und anderen Ideen, um auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch und in eine gemeinsame Arbeit an den sehr elenden Lebensverhältnissen im Roma-Viertel in Kriva Palanka zu kommen.

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