Peer-Mediation - Die Gleichaltrigen-Mediation

Peer- Mediation oder Gleichaltrigen-Mediation braucht, um langfristig wirkungsvoll und erfolgreich zu sein, den Rahmen von Erwachsenen in einer Schule, die generell eine konstruktive Konfliktkultur anstreben.

Drei Ebenen unserer Arbeit

Daher arbeiten wir vor allem auf 3 zwar verschiedenen, sich jedoch bedingenden Ebenen und bieten unterschiedliche Formen des Arbeitens dafür an.

Haltung

Auf der ersten Ebene haben wir es mit Fragen der Haltung zu tun: Wie stehen wir zu Konflikten? Wie gehen wir mit ihnen um? Gelingt es uns, Konflikte als Hinweise für Veränderungsbedarf anzuerkennen? Können wir Auseinandersetzungen als Chance für fruchtbare Dialoge im Hinblick auf Veränderung und Weiterentwicklung annehmen und gestalten? Dazu gehören natürlich ebenso Fragen an uns selbst: wie verhalten wir uns selbst im Konflikt? Welche Werte sind uns wichtig, auch wenn wir gerade gepackt werden von einem Streit? Wie gehen wir mit unseren kleinen Gewaltfaktoren in der Sprache um? Welche Vorurteile leben bei uns selbst und wie pflegen wir sie? Wie kommen wir dahin, erst wahrzunehmen und dann zu urteilen?

Methoden

Dann gibt es die Ebene der hilfreichen Methoden und Strukturen, die einem Interesse am anderen Menschen gerade im Konflikt Ausdruck verleihen können, z.B. den berühmten Perspektivenwechsel, aber auch nur ein aktives Zuhören. Methoden ohne Haltung sind allerdings ebenso wirkungslos wie eine Haltung, die sich nicht auszudrücken vermag. Ein Interesse am anderen, das einen Weg der Artikulation sucht, kann dagegen oft reichhaltigste Methoden entfalten und er- finden. Hier macht Übung den Meister.

Prävention und vor allem Zukunftsfragen

Nicht zuletzt geht es uns natürlich um die Ebene der Prävention. Hier befinden wir uns sicher auf dem offensten der drei Felder: Wie werden Schüler überhaupt fähig, mit Auseinandersetzungen konstruktiv umzugehen ? Was brauchen Schüler dazu? Was brauchen sie überhaupt für ihre Entwicklung, und was ist mit Entwicklung gemeint? Was sind die Faktoren, die Gewalt verursachen in der Schule ? Wo sind Strukturen neu zu denken, beim Lernen oder gar bei Organisation von Schule generell ? Wie wirkt ein permanenter Frontalunterricht auf die Entwicklung von Selbstwert beim Schüler? Welche Lernformen verhelfen Kindern zu einer Selbstwirksamkeit, die Stabilität und Sicherheit für sich selbst vermitteln kann? Wie wirken wir als Erwachsene durch unsere Persönlichkeit auf die Haltung unserer Schüler? Welche Rolle spielen eigene Konflikte, die wir nicht bearbeiten, auf das Konfliktverhalten unserer Schüler? So unbegrenzt die Fragen hier entstehen, so notwendig scheint uns jedoch die Suche nach Antworten, wenn wir die wahrnehmbare Verunsicherung der Schüler heute ernst nehmen. Deutlich ist uns, dass dies Fragen und Themen sind, die den andauernden Dialog brauchen, den interessierten Austausch und den kritischen Diskurs von Menschen, die mit Schülern umgehen und zusammen arbeiten wollen.